Spielraum Sonnensystem

Die Lebensdauer eines Menschen wird in Jahrzehnten gemessen, die Lebensdauer der Sonne ist hundert Millionen Mal länger. Verglichen mit einem Stern sind wir wie Eintagsfliegen, flüchtige vergängliche Kreaturen, die ihr Leben an einem einzigen Tag ausleben.

Carl Sagan
1934 – 1996

Linktipp: Solarsystemscope

Egoismus – Kapitalismus

Unser Einmaleins heißt erst einmal
Frieden, Weltkrieg, Geldkrieg.

Manfred Hinrich
1926 – 2015

Die Kunst, im Beutekapitalismus
erfolgreich zu sein, ist kriminell
zu handeln, ohne mit dem Gesetz
in Konflikt zu kommen.

Prof. Querulix
*1946

Wir sollten uns stets vor Augen
führen, dass Menschen mit Krawatten
nicht weniger kriminell sind als andere.

Stefan Roga
*1965

Hintergedanken

Die Hintergedanken, mit denen du das Böse
in dir aufnimmst, sind nicht die deinen,
sondern die des Bösen.

Franz Kafka
1883 – 1924



Freiheit und Menschenwürde

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch.

Albert Schweitzer
1875 – 1965

Armut – Überfluss

Armut beschämt nicht die betroffenen Menschen,
Armut beschämt die Gesellschaft.

Ruth Dreifuss
* 1940

Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluss an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt; obszön, weil sie sich und ihre Mülleimer vollstopft, während sie die kärglichen Lebensmittel in den Gebieten ihrer Aggression vergiftet und niederbrennt; obszön in den Worten und dem Lächeln der Politiker und Unterhalter; in ihren Gebeten, ihrer Ignoranz und in der Weisheit ihrer gehüteten Intellektuellen.

Herbert Marcuse
1898 – 1979