Die Mülltonne von Eugen Bleuler

Wenn Frau Dietrich mit genügend Geld zu einem Psychotherapeuten geht – und wöchentlich eine Stunde ausführlich über ihre Probleme sprechen kann, die dann detailliert durch Träume oder Kindheitserinnerungen analysiert werden – was für eine Diagnose würde die Patientin bekommen? Schizophrenie? Nein, der Therapeut würde bei gleichen Symptomen eine posttraumatische Belastungsstörung bevorzugen. Wenn aber Frau Müller als unwichtige Kassenpatientin, innerhalb von 10 Minuten im Quartal, abgefertigt wird – was bleibt dann als Ergebnis?  Ganz einfach – Frau Müller landet in der sogenannten Mülltonne von Herrn Bleuler und wird das neue Medikamenten-Schweinchen für die Pharmaindustrie. Warum Mülltonne? In diesem Fall ist der Psychiater überfordert oder er steht unter Zeitdruck. Die Probleme werden nicht weiter besprochen, sondern sie werden einfach ignoriert und als unwichtig weggeworfen. Der Doktor hat sozusagen keine Lust auf Frau Müller, aber Frau Dietrich ist ein interessanter Leckerbissen.